Mit großer Vorfreude sind die Mädchen und Buben an der Beilngrieser Grundschule in ihre Schulzeit gestartet.
Rieger, Fabian, Beilngries
Beilngries

Zauberer Zimbi ist schüchtern. Er würde ja ein ganz tolles Lied kennen. Aber er traut sich nicht, vor so vielen Leuten zu singen. Was kann man da tun? „Die Erwachsenen rausschicken“, sagt ein Kind in der Klasse 1a, nachdem es sich ganz mutig gemeldet hat. „Genau, das könnte helfen“, stellt Klassleiterin Therese Gmelch mit einem freundlichen Schmunzeln fest. Der große Moment ist also gekommen. Die Kinder machen einen wichtigen Schritt zur Selbstständigkeit, die Eltern verlassen das Klassenzimmer. Ein dicker Schmatzer auf die Wange, ein letztes Foto mit der Schultüte – und die erste Unterrichtsstunde kann beginnen. „Jetzt hätte ich beinahe ein Tränchen verdrückt“, sagt einer der Väter.

Fotostrecke: Schulstart in Beilngries
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Doch bei Therese Gmelch, die selbst ihren ersten Tag an der Beilngrieser Grundschule erlebt, wissen die Eltern ihre Sprösslinge in besten Händen. Und kaum sind die Erwachsenen aus dem Raum, ist Zimbi mit der blauen Zauberermütze gar nicht mehr so schüchtern. Gleich in den ersten Minuten ihres Schullebens lernen die Schützlinge der Klasse 1a ein Lied. „Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein. Hier hab ich viele Freunde, das find ich fein“, ist von einem lauten Chor an Kinderstimmen zu hören. Das klappt sehr gut, und so haben sich die Erstklässler eine Belohnung verdient. Wie die am ersten Schultag aussehen kann, ist sonnenklar. „Ihr dürft einen kleinen Blick in eure Schultüte werfen und schon mal die erste Überraschung rausholen“, sagt die Lehrerin. Da lassen sich die Mädchen und Buben nicht zweimal bitten. Beherzt greifen sie hinein und im Handumdrehen sind die ersten Süßigkeiten und Spielsachen zu sehen. Siehe da, so eine Schulstunde kann doch richtig viel Spaß machen.

„Ihr müsst keine Angst haben, in der Schule wird viel gelacht.“

Rektorin Monika Bäumler

 

Das verspricht Rektorin Monika Bäumler bereits eine halbe Stunde vorher den Eltern und Großeltern, die sich zur Begrüßung mit ihren Kindern und Enkelkindern in der Aula versammelt haben. Klar, in der Schule steht das Lernen im Mittelpunkt, sagt die erfahrene Pädagogin. Lesen, Schreiben, Rechnen – all das werden die Abc-Schützen schon bald können, verspricht sie. Aber im Schulleben gehe es um mehr, wie die Rektorin betont. Ganz wichtig sei ihr, dass die Kinder mit Freude bei der Sache seien. „Ihr müsst keine Angst haben. Wir feiern auch gerne und – ganz wichtig – es muss gelacht werden“, sagt Monika Bäumler ihren neuen Schützlingen. Das hören nicht nur die Kleinen, sondern auch deren Eltern gerne.

Mit großer Vorfreude sind die Mädchen und Buben an der Beilngrieser Grundschule in ihre Schulzeit gestartet.
Rieger, Fabian, Beilngries
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Denen sagt die Rektorin, dass Erziehungsberechtigte und Schulfamilie stets offen und ehrlich miteinander umgehen sollten. „Reden ist das Wichtigste“, betont sie. Angst müsse niemand haben, bislang habe man es noch in jedem Jahr geschafft, dass sich die Abc-Schützen schnell einleben.

Ernster wird Monika Bäumler bei einem anderen Thema. Wie in jedem Jahr geht sie auch diesmal auf den nicht ganz ungefährlichen Schulweg ein. Die Eltern sollten ihren Kindern dabei beistehen, bis alles problemlos klappt, und auch selbst „sorgsam, achtsam und vernünftig“ vorgehen. Mit einem Satz, der sowohl auf den Schulweg als auch auf die komplette Schulzeit anzuwenden ist, schließt die Rektorin ihre Begrüßungsrede: „Begleiten Sie Ihre Kinder und lassen Sie irgendwann los.“

Mit großer Vorfreude sind die Mädchen und Buben an der Beilngrieser Grundschule in ihre Schulzeit gestartet.
Rieger, Fabian, Beilngries
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Damit die neuen Grundschüler ganz entspannt in ihre erste Unterrichtsstunde gehen können, haben die Zweitklässler ein nettes Programm vorbereitet. Zunächst singen sie das ebenso bekannte wie beliebte Lied „Herzlich willkommen, ihr lieben Leute“, ehe sie mit einigen Bildern zeigen, was man in der Schule alles lernt. Um zu verdeutlichen, dass die Rektorin in Sachen Spaß und Lachen nicht geflunkert hat, haben die Zweitklässler in ihren Vortrag auch einige Pointen eingebaut. In der Aula wird gelacht, und so können alle gut gelaunt in Richtung Klassenzimmer aufbrechen. Klasse 1b geht mit Andrea Meyer, Klassleiterin der 1c ist Angelika Nagler – und die 1a folgt Therese Gmelch in ihr erstes Klassenzimmer, in dem der schüchterne Zauberer Zimbi bereits auf seinen großen Auftritt wartet.