Beilngries: Nachdenkliche Momente
Gefallenenehrung in Berneuil: Auf dem dortigen Friedhof nördlich von Bordeaux hat die Reisegruppe der Gefallenen mit Gebet und Lied gedacht. - Foto: Nester
Beilngries

Ein Kapitel der deutschen Geschichte ist jüngst bei einer Fahrt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach Südfrankreich aufgeschlagen worden. Im Memorial des Guerres en Indochine bei Frejus an der Cote d'Azur - Soldatenfriedhof und Gedenkstätte für nahezu 35 000 in den Kriegen in Indochina von 1858 bis 1954 gefallene Fremdenlegionäre - fielen neben französischen, vietnamesischen und nordafrikanischen Namen die zahlreichen deutschen Namen an den Tafeln auf. Hintergrund für diese Auffälligkeit ist die Tatsache, dass nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg die französische Fremdenlegion in den Gefangenenlagern leichtes Spiel hatte, ausgebildete deutsche Soldaten anzuwerben, die verzweifelt und perspektivlos zudem oft nur dem Hunger entgehen wollten. Über die Hälfte der in der damaligen französischen Kolonie - den heutigen Staaten Vietnam, Laos und Kambodscha - eingesetzten Legionäre waren Deutsche, die auch entsprechenden Blutzoll leisten mussten.

Reiseteilnehmer waren jüngst Franz Meyer aus Wolfsbuch, Bernd Nester aus Beilngries und Martin Zucker aus Kevenhüll. Besuchte deutsche Soldatenfriedhöfe lagen in Berneuil und in Dagneux, ein amerikanischer in Draguignan. Allen Opfern gedachte man mit Gebet und dem Lied "Ich hatt' einen Kameraden". Der Besuch des von Deutschen zerstörten Dorfes von Oradur sur Glane mit seinen zivilen Opfern stimmte nachdenklich.

Erfreulichere Programmpunkte waren der Besuch der "Welthauptstadt des Parfums" Grasse, Les Baux und die Camargue mit ihren Stieren, Pferden und Flamingos. Auch die mittelalterlichen Städte Aigues Mortes und Carcassonne wurden besucht, Gleiches galt für Bordeaux, Cognac und Lyon.