Beilngries: Jede Menge Detailarbeit
Das Gerüst hat bald ausgedient: In Kürze sollen die Beilngrieser ihren Wasserschöpferturm wieder unverhüllt erblicken können. Im Inneren des Turmes wird dann aber noch einige Monate weitergewerkelt, um die Sanierung vollständig abzuschließen. - Foto: Fabian Rieger
Beilngries

Wer in der jüngeren Vergangenheit die lokalpolitischen Debatten um die Umgehungsstraße und den Kindergartenneubau verfolgt hat, ist ganz andere Dimensionen gewöhnt. Während es bei diesen Vorhaben um etliche Millionen Euro geht und die Bauwerke ihre Umgebung später maßgeblich verändern werden, so kommt die Sanierung des Wasserschöpferturmes an der Ringstraße eigentlich recht bescheiden daher. Die veranschlagten Kosten liegen bei 285 000 Euro und der Turm soll nach der Fertigstellung im Grund nicht viel anders aussehen als früher - nur wieder schön hergerichtet. Und doch soll beispielsweise der Bau des Kindergartens deutlich schneller über die Bühne gehen als der bereits seit über einem Jahr laufende Arbeitseinsatz an dem historischen Turm.

Stadtbaumeister Seitz verweist in diesem Zusammenhang vor allem auf das "Klein, Klein" in dem Turm. Es müsse penibel nach denkmalschützerischen Vorgaben gearbeitet werden - und das dauere deutlich länger, als wenn man beispielsweise bei einer geraden Straße eine große Fläche ruckzuck asphaltieren kann.

Der geplante Termin für den Abschluss der Sanierung - Ende des Jahres 2017 - konnte von den beauftragten Firmen nicht eingehalten werden. Sichtbare Fortschritte gibt es aber durchaus, wie Seitz erläutert. Die Außenfassade ist inzwischen verputzt, sodass die Arbeiter wohl schon in wenigen Tagen das Gerüst abbauen können. Für die Bürger kaum noch feststellbar stehen dann noch Arbeiten im Inneren an, die möglichst bis zum Frühsommer abgeschlossen sein sollen.

Eine weitere Verzögerung soll es tunlichst nicht mehr geben. Denn dann steht in direkter Nachbarschaft schon ein nächstes Großprojekt an. Wie bereits vielfach berichtet, will die Stadt ihre Gassen sanieren. Los geht es heuer - letzten Mitteilungen der Verantwortlichen nach wohl ab Mai - mit den ersten beiden Altstadtgassen. Namentlich sind das die Pfarrgasse und ein Teilstück der Langen Gasse, das auch am Wasserschöpferturm vorbeiführt. Weitere Gassen werden in den nächsten Jahren folgen.

Da trifft es sich gut, dass die jahrelange Sanierung der Stadttürme nun ihr Ende finden wird - zumindest, was Großprojekte angeht, wie Seitz erläutert. Kleinere Maßnahmen werde es immer wieder mal geben.

Die dürften dann aber günstiger sein als die aktuelle Komplettsanierung des Wasserschöpferturms. Von den veranschlagten 285 000 Euro muss die Stadt derweil nicht einmal die Hälfte selbst zahlen. Etwa 60 Prozent der Summe fließen aus dem Topf der Städtebauförderung, die Kommune muss wohl knapp 120 000 Euro beisteuern.