Beilngries: Friedhofsanierung als Langzeitaufgabe
Unvergessen sind die Überflutungen bei Starkregenereignissen in den vergangenen Jahren. Auch viele Keller liefen voll. Die Stadt ertüchtigt jetzt sukzessive die Kanalisation. ‹ŒArch - foto: Fabian Rieger
Beilngries

"Gestorben wird immer" heißt ein Roman von Alexandra Fröhlich. Und weil diese Aussage ebenso tragisch wie korrekt ist, zählen der Erhalt und die Pflege eines Friedhofs zu den Kernaufgaben menschlicher Gemeinschaften. Die letzte Ruhestätte in Beilngries bereitet den örtlichen Stadträten bereits seit einiger Zeit Kopfzerbrechen. Zum zweiten Mal innerhalb eines guten Jahres hat das Landschaftsarchitekturbüro G+2S dem Gremium am Donnerstagabend ein Konzept für eine umfassende Friedhofsanierung vorgelegt. Bereits bei der Erstpräsentation hatten sich die Stadträte sehr angetan gezeigt von den darin enthaltenen Ideen. Diesmal war die Konzeption mit einer Aufteilung in 13 Sanierungsabschnitte versehen, die zudem jeweils eine eigene Kostenaufstellung beinhalteten. Je nach Haushaltslage könne die Stadt dann Jahr für Jahr einen dieser Sanierungsschritte in Angriff nehmen, so der Rat der Planer.

Vorgesehen sind jede Menge kleinere Maßnahmen, die unter anderem zu einem stimmigeren optischen Eindruck des Gottesackers beitragen sollen. Die Gesamtkosten für alle 13 Sanierungsabschnitte sind mit 2,1 Millionen Euro veranschlagt. "Ob und in welcher Form alle vorgeschlagenen Maßnahmen zur Umsetzung kommen, wird die Zeit zeigen", heißt es in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung. Jede größere Einzelmaßnahme wird im Stadtrat noch einmal gesondert diskutiert und beschlossen.

Jochen Maurer (CSU) merkte an, dass Grabauflösungen oder -verlagerungen, wie sie in der Konzeption enthalten sind, andernorts schon für große Probleme gesorgt hätten. Bürgermeister Alexander Anetsberger betonte, dass man dieses sensible Thema mit der nötigen Pietät angehen werde. Jede dieser Maßnahmen werde grundsätzlich nur auf Freiwilligkeit beruhen. Sollten Ansprechpartner in Gesprächen keine Bereitschaft zu einer Verlagerung des Grabes erklären, werde man in diesen konkreten Fällen selbstverständlich davon Abstand nehmen, so der Rathauschef.

Das alles ist zum jetzigen Stand aber sowieso noch Zukunftsmusik. Viel drängender ist der Bedarf an neuen Urnenwänden. Die Bestehende ist seit Längerem komplett gefüllt. Bereits vor Wochen hatten sich die Mitglieder des Bauausschusses mit dieser Thematik beschäftigt, zu einem Ergebnis war man aber nicht gekommen.

Jetzt stellte die Verwaltung den Stadträten erneut drei Varianten vor, wie die neuen Urnenwände aussehen könnten. Möglich sind Urnenwände mit Nischen (Variante 1), Urnenwände mit Nischen und Sockel für Grabschmuck (Variante 2) und Urnenwände mit Gruften im Boden (Variante 3). Im Gremium war man sich recht schnell einig, dass Variante 1 die sinnvollste wäre - sowohl aus Kosten- als auch aus Kapazitätsgründen. Bei fünf neuen Wänden mit Nischen könnte man 60 Plätze für Urnen schaffen. Die Kosten würden bei rund 116 000 Euro liegen. Zu einem Beschluss konnte man sich im Gremium aber noch nicht durchringen. Roland Bachhuber (CSU) brachte nämlich den Vorschlag ein, ob man den Geräteschuppen aus Holz, um den die neuen Urnenwände gruppiert werden sollen, nicht versetzen könnte. Dann würden die Wände eine homogene Einheit bilden, zudem hätte man dann wohl sogar noch Platz für eine weitere Wand. Manfred Thoma (BL/FW) regte ebenfalls an, das zu prüfen. Anetsberger ging auf diesen Vorschlag ein. Den Tagesordnungspunkt Urnenwand beendete er abermals ohne Abstimmung, dafür aber mit der Feststellung: "Wir versuchen dann eben im dritten Anlauf, zu einem Beschluss zu kommen."