Beilngries: Dolina hat viel vor
Der neue Vorstand mit dem alten und neuen Vorsitzenden Friedrich Lorè (links) freut sich auf die Zusammenarbeit. Zu Ehren der heiligen Barbara ließen es die Berchinger Böllerschützen so richtig knallen. Mit ihren Instrumenten unterhielt die Mundharmonikamusi Beilngries die Besucher der Barbarafeier. - Fotos: Patzelt
Beilngries

Der Vorsitzende Friedrich Loré begrüßte auch das Gründungsmitglied, Kurt Brenner aus Prunn. Zu Beginn richtete der Beilngrieser Bürgermeister Alexander Anetsberger einige Worte an die Versammlungsteilnehmer. Er freute sich darüber, dass die Zusammenkunft in diesem Jahr in Beilngries abgehalten wurde. Anetsberger betonte, dass man sich hier "auf historischem Boden" befinde. Aber auch in den Nachbargemeinden treffe man "auf reichlich historische Zeugnisse".

Als "lieb gewordene Tradition" bezeichnete Loré die Barbarafeier der Dolina. Der großen Volksheiligen gedenkt der Verein bereits seit 27 Jahren. In seinem kurzen Rückblick gab der Vorsitzende bekannt, dass die Vielzahl an Veranstaltungen ein breites Spektrum abdecke. "Wir spannen damit einen weiten Bogen von der allgemeinen Geschichte bis hin zur Heimatkunde", so Loré. Als einen Höhepunkt bezeichnete der Vorsitzende das Konzert in Parsberg. Hochkarätige Solisten und Ensembles in den neuen Burgsaal zu bringen, sei das Ziel der Veranstaltungsreihe Parsberger Burgklassik. Mit der Flötistin Martina Silvester und Feodora Johanna Mandel an der Harfe ging die Veranstaltung am 21. Februar in die zweite Runde.

"Bis ins Jahr 2013 fand das Ganze an wechselnden Orten statt. Mit der Wahl eines festen Konzertortes wollten wir eine räumliche Konstante schaffen. Wir hatten in diesem Jahr wieder eine Steigerung der Besucherzahl. Die Burgklassik kommen immer besser an", freute sich der Vorsitzende. Sehr gut angekommen seien auch die Exkursion zur Wartburg und der Besuch in Nürnberg.

Über die Einnahmen und Ausgaben im abgelaufenen Jahr sowie den aktuellen Kassenstand, informierte umfassend der Schatzmeister Rupert Faltermeier aus Dietfurt. Anschließend standen die turnusmäßigen Wahlen auf dem Programm. Die Wahlleitung übernahm Helmut Wilhelm aus Amberg. Wilhelm war lange Zeit Mitglied des Deutschen Bundestags und als Richter in Regensburg tätig. Zwei Ämter mussten neu besetzt werden, nachdem sich der bisherige Schriftführer Thomas Feuerer und die Beisitzerin Juliane Schwartz nicht mehr zur Wahl stellten. 53 wahlberechtigte Mitglieder waren anwesend. Die Wahlen gingen zügig über die Bühne und brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Friedrich Loré aus Parsberg, stellvertretende Vorsitzende Gudrun Weida aus Kelheim, Schatzmeister Rupert Faltermeier aus Dietfurt, Schriftführerin Michaela Mallmann aus Bad Abbach und Referent für Öffentlichkeitsarbeit Willibald Keßler aus Lupburg. Als Beisitzerinnen und Beisitzer ließen sich Jutta Göller aus Kelheim, Thomas Feuerer aus Kollersried und Anton Zacherl aus Dietfurt eintragen.

Loré blickte danach auf einige Aktivitäten des kommenden Jahres voraus. Am 17. Februar findet wieder die Parsberger Burgklassik statt. In der zweiten Januarhälfte ist ein Vortrag über Kartografie mit dem Referenten Wolfgang Blum und in der zweiten Februarhälfte eine Veranstaltung zum Thema "Dialekte im Juragebiet" geplant. Mit dem Hintergrund der Nachkriegsarchitektur lädt die Dolina am 15. März nach Kelheim ein. Dabei steht der Architekt Olaf Andreas Gulbransson, der unter anderem auch die St.-Lukas-Kirche plante, im Mittelpunkt.

Die anschließende Barbarafeier fand in Kooperation mit dem Verschönerungsverein Beilngries statt. Als Erstes waren die drei Böllerschützen und die Böllerschützin aus Berching an der Reihe. Das Böllerschießen wird stets an besonderen Festtagen abgehalten, diesmal zu Ehren der heiligen Barbara. Die Volksheilige ist die Patronin der Bergleute, der Schmiede und der Artilleristen. Daher erfolgten auch vier Schüsse - jeweils ein Böller für die jeweiligen Stände und ein Knaller für die Heilige selbst.

Im Gewölbe der Beilngrieser Gaststätte hatten unterdessen Hans und Georg Fanderl sowie Bernhard und Michael Grünbeck, besser bekannt als Mundharmonikamusi Altmühltal, ihre Instrumente ausgepackt. "In da Fruah, wann da Hohn tuat an Krahra" war nur eines der Lieder, mit dem das Quartett die Teilnehmer begeisterte. Natürlich wurde noch die eine oder andere Zugabe gefordert.

Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete der Vortrag von Wolfgang Brand zum Thema "Beilngries und Eisen". Brand informierte dabei über die geologischen Vorkommen, die Gewinnung, die erste Nutzung in der Hallstattzeit und die moderne Eisenverarbeitung in der Stadt und Gemeinde Beilngries. Laut Brand ist der Inselberg Arzberg der "größte Durchbruchsberg Europas". In der obersten Schicht waren in Kügelchen die Bohnerze zu finden. Bohnerz ist ein Eisenerz mit einem relativ hohen Eisengehalt von bis zu 76 Prozent. "Die schussergroßen Kugeln wurden eingesammelt und nach Eichstätt in die Schmelze gegeben", informierte Brand. In der zweiten Schicht, im sogenannten Dogger, stieß man im braunen Jura auf Eisensandstein.

Allerdings seien zum Abbau Stollengänge nötig gewesen. "Ich könnte mir vorstellen, dass die heutigen Felsenkeller ebenfalls Stollen waren, um an den begehrten Eisensandstein heranzukommen", mutmaßte Brand. Auch heute noch gebe es im Raum Beilngries viele Eisen verarbeitende Firmen, die allerdings auch Aluminium und Plastik mit verarbeiten.