Beilngries: Bauen für die Zukunft
Foto: Fabian Rieger
Beilngries

ORTSUMGEHUNG

Bei der Umgehungsstraße steht nach wie vor der Zeitplan, den die Stadt vor Monaten formuliert hat. Noch in diesem Jahr soll der Spatenstich erfolgen. "Das ist nach wie vor so geplant", teilt Bürgermeister Alexander Anetsberger auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Vor Ende November oder auch Dezember sei aber nicht mit diesem Großereignis zu rechnen. Aktuell laufe viel Planungs- und Detailarbeit im Hintergrund, lässt der Rathauschef wissen.

Wie berichtet, steht die Zusage der Regierung von Oberbayern, dass 85 Prozent der Kosten für den ersten Bauabschnitt über Fördergelder gedeckt werden. Hierzu erklärt der Bürgermeister, dass es sich um eine Festbetragsförderung handelt. Es fließen 85 Prozent derjenigen Summe, die in einigen Wochen im konkreten Förderantrag anhand der Ausschreibungsergebnisse angegeben wird. Derzeit rechnet man mit rund 7,4 Millionen Euro, durch die Ausschreibungen könnten sich aber in Kürze noch leichte Verschiebungen ergeben. Treten dann allerdings während der Bauphase böse Überraschungen auf, wodurch die Gesamtkosten steigen, müsste die Stadt die zusätzlichen finanziellen Belastungen allein tragen. Für die Regierung verbleiben die 85 Prozent derjenigen Summe, die jetzt im Herbst veranschlagt wird. Anetsberger betont daher, dass man von den Firmen bereits jetzt sehr genaue Kostenaufstellungen einfordern wird.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Arbeiten auf jeden Fall über das Jahr 2018 hinausgehen. Mit einer Fertigstellung sei 2019 oder auch erst 2020 zu rechnen. Auch die Verlegung der Schulbusse aus der Sandsiedlung heraus kann dann erst zu diesem Zeitpunkt erfolgen, so Anetsberger.

Auf Nachfrage unserer Zeitung nimmt er zudem zu zwei Leserbriefen Stellung, in denen sich Beilngrieser Bürger jüngst kritisch mit dem Bau der Umgehungsstraße auseinandergesetzt haben. Dabei wurden vor allem zwei größere Kritikpunkte geäußert. Zum einen bezweifelten die Leserbriefschreiber, dass durch den ersten Bauabschnitt der Umgehungsstraße, der die Eichstätter Straße mit der Bundesstraße 299 verbindet, eine spürbare Entlastung entstehe. Zweifellos sei durch den ersten Bauabschnitt eine geringere Entlastung zu erwarten als durch den zweiten, so die Antwort des Bürgermeisters. Er könne die Schlussfolgerung, deshalb den ersten Schritt gleich bleiben zu lassen, aber nicht teilen. Er rechne schon jetzt mit spürbaren Entlastungen. Als Beispiele nennt er die Schulbusse und auch seine Erwartung, dass viele Pendler aus dem Westen der Stadt die neue Straße nutzen. Die Vorarbeiten für ein Gelingen des zweiten Bauabschnitts werde er zudem weiterführen.

Darüber hinaus erwarten die Kritiker aber eine Verschandelung der Natur. "Eine solche Straße kann man natürlich nicht unsichtbar bauen", antwortet Anetsberger. Man werde sich an ein neues Landschaftsbild gewöhnen müssen, von einer Verschandelung des gesamten Talraums könne aber nicht die Rede sein. Die Planungen seien mit der Naturschutzbehörde abgestimmt, alle Vorgaben würden eingehalten - auch in Sachen Lärmschutz. Ob zusätzliche Schutzwände nötig sind, müsse sich noch herausstellen.

KINDERGARTEN

Zahlreiche Diskussionen hat es in den vergangenen Monaten auch um den geplanten Ersatzneubau des Franziskuskindergartens im Sulzpark gegeben. Wie vielfach berichtet, soll auf dem bestehenden Grundstück ein neuer Kindergarten gebaut und anschließend das Bestandsgebäude abgerissen werden. Über das dann freiwerdende Areal soll die Zufahrt erfolgen, hierzu wurden aber noch keine konkreten Pläne präsentiert. Das hat die Bürgerliste in der jüngeren Vergangenheit mehrfach scharf kritisiert. Gleiches gilt für die Standortwahl und die Überlegung, einen kleineren zusätzlichen Teil des Sulzparks künftig als Spielfläche für den Kindergarten zu verwenden. Im Gespräch mit unserer Zeitung weist Anetsberger diese Kritikpunkte zurück. Die schrittweise Vorgehensweise bei den Planungen sei legitim und von Beginn an kommuniziert gewesen.

Ungeachtet dieser Diskussionen ist der Zeitplan relativ klar formuliert. Bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2018/2019 in gut einem Jahr muss der Neubau fertig sein. Mit einem Baubeginn sei wohl zum Anfang des Jahres 2018 zu rechnen, durch die Holzbauweise habe man etwas Zeit gewonnen. Der Abriss des Bestandgebäudes soll dann im Herbst 2018 starten, ehe das Gesamtprojekt Franziskuskindergarten im Laufe des Jahres 2019 abgeschlossen werden könne. Die exakten Kosten müssen noch ermittelt werden. Man rechnet mit einer Gesamtsumme von gut vier Millionen Euro. Etwa die Hälfte könnte über Fördergelder gedeckt werden.

Das Thema Kindergartenplätze wird die Stadt dann aber direkt weiterbeschäftigen. Schon jetzt ist anhand der Prognosen absehbar, dass die Plätze trotz des größer angelegten neuen Kindergartens nicht lange ausreichen werden. Bei der Kleinkindbetreuung würden sich steigende Geburtenzahlen sofort auswirken, so der Bürgermeister. "Wir haben leider keine hellseherischen Fähigkeiten", schickt er als Spitze in Richtung der Bürgerliste, die fehlende Vorausplanung kritisiert hatte. Ein größerer Neubau sei aktuell aufgrund der pädagogischen Vorgaben gar nicht möglich gewesen, egal an welchem Standort, betont Anetsberger. Man werde sich in Kürze daran machen, weitere Schritte einzuleiten, um auf den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen zu reagieren.

MITTELSCHULE

Jede Menge Debatten hat es auch schon um die Fortsetzung der Mittelschulsanierung gegeben. Bekanntermaßen hatte die Bürgerliste nicht zuletzt deshalb ihre Zustimmung zum 2016er Haushalt der Stadt verweigert, weil die Sanierung um ein Jahr auf 2017 verschoben wurde. Heuer soll es nun tatsächlich so weit sein. Allerdings gibt es erneut eine Verzögerung, wie Stadtbaumeister Thomas Seitz vor einigen Wochen auf Nachfrage im Bauausschuss mitgeteilt hatte. Als Grund hatte er die Verpflichtung zu einer europaweiten Ausschreibung genannt. Im Herbst dieses Jahres sollen die Arbeiten aber nun tatsächlich starten, teilt Bürgermeister Alexander Anetsberger auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Der vierte und letzte Sanierungsabschnitt soll dann in den Sommerferien 2018 beginnen.

ALTSTADTGASSEN

Bei den Altstadtgassen wird sich heuer zumindest aus baulicher Sicht nicht mehr viel tun. Auch hier habe eine Verpflichtung zur europaweiten Ausschreibung des Gesamtprojektes eine Verzögerung mit sich gebracht, wie Anetsberger und Seitz jüngst mehrfach betonten, nachdem es harsche Kritik an den Verzögerungen gegeben hatte. Heuer soll allenfalls noch ein Durchgang vom Sulzpark in die Kupferbäckergasse geschaffen werden. Die tatsächliche Gassensanierung soll dann im Jahr 2018 starten - voraussichtlich im Frühjahr in der Langen Gasse. In den kommenden Monaten wird die Stadt an die Anwohner herantreten, um das Vorhaben zu besprechen und konkret zu planen.

INTERNET

Kompliziert stellt sich die Situation beim Breitbandausbau dar. Wie vielfach berichtet, hatte Bürgermeister Anetsberger ursprünglich angekündigt, dass die gesamte Gemeinde bis zum Ende des Jahres 2017 schnelles Internet haben wird. Vor einem Jahr erläuterte er bei den Bürgerversammlungen aber bereits, dass es in einigen Orten bis zum Ende des Jahres 2018 dauern könne. Während in manchen Dörfern der eigenwirtschaftliche Ausbau der Firmen bereits läuft, wurden für den Ausbau der Stadt im Zuge des Förderprogramms mehrere Ausschreibungsrunden gemacht. Die jüngst geäußerte Kritik der Bürgerliste weist Anetsberger von sich. Alle Stadträte hätten dieser Vorgehensweise zugestimmt, so der Bürgermeister. Nur auf diesem Wege könne man die Fördergelder bestmöglich ausschöpfen und bereits jetzt die Endstufe beim Ausbau erreichen. Im Oktober soll nun die Auftragsvergabe erfolgen.