Der allgemeine Trend in Deutschland: Die Differenz zwischen Arm und Reich vergrößert sich immer mehr. Bekanntlich gibt es hier soziale Institutionen, die diesen Trend verhindern oder zumindest begrenzen sollen. Dazu gehören unter anderem auch die Gewerkschaften. Aber gerade die sind es, die seit Jahrzehnten genau diesen Trend mit anheizen. Tarifabschlüsse in Prozent fallen für die Beteiligten in bar immer unterschiedlich aus.

Beispiel: Für einen Mitarbeiter, der 2000 Euro verdient, sind vier Prozent gerade einmal 80 Euro Erhöhung. Bei einem Angestellten mit einem Gehalt von 5000 Euro macht das bei vier Prozent Zulage bereits 200 Euro, also mehr als das Doppelte aus. Die Differenz beträgt also 120 Euro. Sollte danach wieder eine vierprozentige Lohnerhöhung kommen, wäre die Differenz noch größer. So entstehen über Jahre die bekannten steigenden Einkommensunterschiede bei uns.

Allgemeine Erhöhungen der Preise werden für gewöhnlich auch in Prozent veröffentlicht. Sie gelten dann allerdings für alle gleichermaßen, also für den Rentner genauso wie für den leitenden Angestellten. Ich kann mir vorstellen, dass es gerechter für alle ist, Lohn- und Gehaltsanpassungen lieber in Mark und Pfennig (sprich Euro) als in Prozenten auszuhandeln.

Joachim Rudolph, Ingolstadt