Ein Nationalpark - das hört sich zunächst einmal gut an, für die Umwelt und die Menschen in der Region wäre es das jedoch keinesfalls. Die Donau-Auen lassen Politiker und Besucher ins Schwärmen geraten. Dabei wird jedoch vergessen, warum das Gebiet so schön ist: weil es seit vielen Jahren von Waldbauern, Rechtlern und dem städtischen Forstamt gehegt und gepflegt wird. Diese Pflegemaßnahmen sind unverzichtbar, um den Wald gesund zu erhalten. Überlässt man den Wald sich selbst, werden sich junge Bäume durch Wildverbiss und Waldreben nicht mehr entwickeln können. Die Folgen wären katastrophal, da gerade große, gesunde Bäume für die Luftreinhaltung wichtig sind. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass auf beiden Seiten der Donau-Auen die Straßen drei- und vierspurig ausgebaut werden, um dem zunehmendem Verkehr Herr zu werden.

Wir haben - dank der Einordnung vieler Waldgebiete als FFH-Gebiet beziehungsweise Naturschutzgebiet - bereits jetzt einen Naturwald. Die Bewirtschaftung der Wälder erfolgt schonend und in Übereinstimmung mit dem Naturschutz: Es wird Naturverjüngung betrieben, tote Bäume werden als "Vogelbäume" stehengelassen und es werden ausschließlich kranke Bäume gefällt. Bei einem Nationalpark können sich die Donau-Auen nicht mehr richtig als Wald entwickeln und unsere "grüne Lunge" wäre nachhaltig beeinträchtigt. In diese Richtung sollte mehr Aufklärung betrieben werden.

Ludwig Liepold

Ingolstadt