Der Familiennachzug wird heiß diskutiert. Es gibt wie bei allen Dingen zwei Seiten, ein Für und ein Wider. Dafür spricht, dass die Familie wieder vereint ist. Aber der Familiennachzug hat auch sehr große Auswirkungen und wir Bürger haben viele ungeklärte Fragen dazu. Wer zählt zur Familie? Wo soll die Familie wohnen bei dem Wohnungsmangel und den teuren Mieten in Deutschland? Wovon soll die Familie leben, ohne Arbeit? Wer übernimmt die Kosten für ihre Gesundheitsvorsorge? Fragen über Fragen, die von den Politikern und auch von all den Menschen, die den Familiennachzug fordern, nicht beantwortet werden.

Bei jeder Firmenneugründung steht an erster Stelle der Businessplan, ein Finanzierungsplan, der vorher aufzeigt, wie viel Geld benötigt wird. Diesen Plan vermisse ich als Bürgerin. Hat jemand schon einmal daran gedacht, was in den Herkunftsländern passiert, wenn wir alle zu uns nach Deutschland holen? Ein Land braucht die jungen Leute, um weiterleben zu können, Familien zu gründen und die Wirtschaft am Leben zu halten. Man kann doch nicht einfach eine Generation entnehmen. Das ist vergleichbar mit einem Puzzleteil, das am Ende fehlt. Wo ist unsere Verantwortung, nicht nur für die Zukunft unserer Kinder, sondern auch für die Menschen, die wir nicht aufnehmen können? Denn irgendwann stoßen wir an unsere Grenzen, wenn nicht jetzt, dann vielleicht in ein paar Jahren. Die Steuereinnahmen werden, wie die Konjunktur zeigt, nicht immer so sprudeln. Was dann? Ich bin dafür, dass wir den Kriegsflüchtlingen helfen und sie unterstützen, solange der Krieg dauert, doch dann sollten wir sie bei der Rückkehr in ihr Land unterstützen.

Angelika Zehentmeier

Pörnbach