Die 37-Grad-Reportage, die ich im Fernsehen gesehen habe, lässt mich nicht los. Es kann nicht sein, dass Kühe und andere Tiere lebend tagelang und Tausende von Kilometern herumgekarrt werden und viele nicht einmal lebend ankommen. Aber irgendwie muss man daran verdienen, sonst würde man es nicht machen. Kann es sein, dass die Tiere so lange herumgeschoben - also verkauft - werden, bis es sich nur noch um eine Abschreibung auf dem Papier handelt und das Tier somit wertlos wird?

In Deutschland muss immer alles dokumentiert sein. Kann man da nicht ein Gesetz erlassen, wonach dem bestimmt lückenlosen Dokument ein jeweils aktuelles Bild des Tieres anhängt, um den Verantwortlichen bewusst zu machen, dass sie über Lebewesen und nicht etwa über Gegenstände entscheiden und das Leid der Tiere gegenwärtig ist - auch für die Betriebe, in denen die Tiere zur Welt kommen und deren Betreiber nicht wissen, was aus ihrem Vieh wird. Es kann doch nicht im Sinne des Erzeugers sein, der mit Auflagen und Vorschriften gepiesackt wird, dass ein Teil seiner Tiere schon auf dem Transport verendet oder kurz davor ist, wenn das Vieh am Schlachthof ankommt. Haben wir so ein Überangebot an Tieren, dass es egal ist, was mit ihnen passiert? Aus den Augen, aus dem Sinn?

Es muss nicht alles Bio sein, aber Tiere sind kein Müll und wir haben eine Verantwortung. Natürlich kaufe ich mein Fleisch beim Metzger meines Vertrauens, aber mir ist alles andere nicht gleichgültig. Nach den Bildern der Dokumentation "Geheimsache Tiertransporte" frage ich mich: Kann man dieses Fleisch der geschundenen Tiere überhaupt essen?

Angelika Kaspar

Hohenwart