Glyphosat reduziert die Bodenfruchtbarkeit, wirkt als Antibiotikum und ist auf unseren Feldern nicht erforderlich. 2015 wurden die Ergebnisse einer Studie der Universität für Bodenkultur in Wien bekannt, demzufolge Pflanzenschutzmittel, die den Wirkstoff Glyphosat enthalten, die Aktivität und Reproduktion von Regenwürmern reduzieren. Da die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens von der Biologie desselben abhängig ist, wird diese durch den Glyhposat-Einsatz reduziert. Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass sich die Aktivität tiefgrabender Regenwürmer nach der Anwendung von Glyphosat "dramatisch reduziert" hatte.

Andere Untersuchungen zeigen zudem den Effekt der Glyphosat-Anwendung auf die Zusammensetzung und Aktivität einzelner Bakterienarten. So wird die Art "Pseudomonas fluorescens", die im Boden eine wichtige Rolle spielt und gegen pilzliche Schaderreger wirkt, durch Glyphosat deutlich reduziert. Grundsätzlich scheint Glyphosat das Nahrungsnetz im Boden zwischen Bakterien, Pilzen und Mikroorganismen durcheinanderzubringen und dadurch das Wachstum von Schadpilzen zu fördern.

Durch Anwendung von Glyphosat-Produkten reduziert sich die Vielfalt der Pflanzenarten, denn außer der Hauptfrucht werden alle anderen Pflanzen abgetötet. Die Biodiversität der Pflanzen stellt aber das Immunsystem der Natur dar. Diese durch den Einsatz dieser Chemikalie zu schwächen sollte seitens des Anwenders gut überlegt sein.

Glyphosat und dessen "Abbauprodukt" AMPA sind als Antibiotikum zugelassen. Vor dem Hintergrund immer häufiger auftretender Antibiotikaresistenzen ist der weitere Einsatz von Glyphosat-Produkten zu hinterfragen. Der Einsatz dieses Mittels führt zu höheren Phosphat- und Nitratwerten im Boden, was die Gefahr von Nährstoffverlust durch Auswaschungen vom Boden ins Grundwasser signifikant erhöht.

In anderen Bereichen wie zum Beispiel der Automobilindustrie ist es ein grundsätzliches Ziel, Schadstoffe zu reduzieren. Dies sollte auch in der Landwirtschaft eine gewichtigere Rolle spielen. Beim Einsatz von Chemikalien sollten nicht die Mengen und die Toxizität (also die Wirksamkeit des Abtötens von Pflanzen) erhöht, sondern deutlich reduziert werden.

Es gibt praktisch anwendbare Lösungen, auch für die konventionelle Landwirtschaft, die zeigen, dass man ohne Glyphosat auskommt. Der Einsatz von Glyphosat ist schlicht nicht erforderlich. Die Landwirte sollten sich hier nicht einseitig, sondern vielseitig informieren.

Andrea Beste, Büro für Bodenschutz und Ökologische Agrarkultur, Mainz

Franz Rösl, Vorsitzender Interessengemeinschaft gesunder Boden e.V., Regensburg