Die SPD kann sich momentan kaum vor wohlgemeinten Ratschlägen retten, trotz eines historisch schlechten Wahlergebnisses empfiehlt man ihr die Rückkehr in die große Koalition. Dabei dürften die wenigsten dieser Ratgeber selbst die Partei gewählt haben. Die SPD, wird argumentiert, müsse sich für das Wohl von Staat und Gesellschaft "opfern", ihre eigenen Interessen zurückstellen und wieder den Steigbügelhalter für Kanzlerin Merkel spielen. Es ist aber ganz einfach: Wer die SPD in der Regierung sehen will, sollte sie bei nächster Gelegenheit wählen, den über 400 000 SPD-Mitgliedern eine vernünftige Entscheidung zutrauen und ansonsten einmal auf einen vorschnellen Kommentar verzichten, der oft kurze Zeit später schon wieder überholt ist.

Brigitte Schellnhuber

Ingolstadt