Als Willy Brandt die Entspannungspolitik zum Osten vorantrieb, berichtete mir ein Amerikaner von einem Gespräch mit einem hohen Militär. Er fragte ihn: Könnt ihr jetzt nicht viel entspannter leben? Die Antwort des Offiziers: Nein, wenn wir einen Moment unaufmerksam sind, überrennen uns die anderen. Die Militärs denken Krieg, weil es ihr Beruf ist, nicht weil sie ihn wollen. Zivilisten denken bei Krieg: Oh, nein! Hoffentlich nicht! Die Politiker sprachen damals von der Möglichkeit des Friedens. Sie mussten sich nicht sorgen, dass ihr Militär nicht wachsam ist. Heute sprechen die Politiker vom Krieg, von Stärke, von möglicher Vergeltung. Wir können nur hoffen, dass das Militär den Krieg nicht will.

Müssen wir dem Diktator in Nordkorea glauben, dass er die ganze Welt mit seinen Raketen erreichen kann - und auch will? Politisch weiser wäre es, ihm zu sagen: Wozu all deine Anstrengung; wir wollen dich und dein Land nicht angreifen. Aber alle halten das Reden vom Krieg für gute Politik. Fake News sind Nachrichten, die wie echt wirken. Fake Politics sind politische Programme, die wie gute Politik aussehen. Hätten die Journalisten da nicht eine nützliche Aufgabe? Donald Trump wird von ihnen immer kritisiert. Weshalb kritisieren sie nicht seine Fake Strategie?

Lothar Fromm

Ingolstadt