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24.02.2011 22:06 Uhr | 226x gelesen
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Grausame Tierversuche für Spot-On-Präparate


Zum Tipp des Tages "Tiere am besten über die Haut entwurmen":


Mit einigem Befremden habe ich im "Tipp des Tages" auf der Ratgeber-Seite zur Kenntnis genommen, dass Haustiere am leichtesten über die Haut entwurmt werden sollten, da Entwurmungsmittel in Tablettenform schwerer zu verabreichen seien und häufig Durchfall und Erbrechen auslösten. Dies ist zwar grundsätzlich richtig. Nun jedoch zu glauben, die bequemen "Spot-on" Präparate, die mittlerweile gegen nahezu alle Parasiten, Schädlinge und Lästlinge erhältlich sind, seien die bessere, unschädlichere und sicherere Lösung, ist leider ein gefährlicher Irrglaube. Wenn auch die meisten Katzen und Hunde keine unmittelbaren Symptome zeigen, belasten auch diese Produkte den Organismus enorm. Man muss sich nur einmal vor Augen halten, wo sich die Würmer befinden: nämlich im Darm. Es dürfte selbst für einen Laien nicht schwierig sein, nachzuvollziehen, welche Wirkstoffkonzentration hier vorhanden sein muss angesichts der "Umwege", über die ein derartiges Präparat sein Ziel erreicht: über das Unterhautgewebe ins Blut und von dort in den gesamten Organismus. Dass diese Produkte keineswegs so harmlos und unschädlich sind, wie oft behauptet, beweist der Umstand, dass der Benutzer meist aufgefordert wird, beim Auftragen Schutzhandschuhe zu tragen.

Zudem ist auch der ethische Aspekt zu bedenken: für die ach so praktischen Mittelchen wurden und werden Tiere auf grausamste Art zu Tode gefoltert. Die internationale Tierschutzorganisation PETA berichtet von Ermittlungen in einem amerikanischen Forschungslabor, das auch von den bekannten deutschen Unternehmen genutzt wird: "In einem Versuch (für ein Spot-On-Präparat) wurde 57 Katzen eine chemische Substanz auf den Hals aufgetragen, woraufhin die Tiere unmittelbar einen Krampfanfall erlitten. Schaum trat ihnen aus dem Mund und sie bluteten aus der Nase. Der Ermittler notierte: "Ich sah, wie die Katzen fürchterlich zitterten und hörte sie schreien, wie ich das bei Katzen noch nie zuvor gehört habe.’" (PETAs Animal Times, Winter 2010).

Selbstverständlich stellen Parasiten für den Organismus von Haustieren eine große Belastung dar. Allerdings kann der Halter einiges dafür tun, diese – und die zusätzlichen Belastungen durch chemische Mittel – auf ein Minimum zu beschränken. Hierzu gehört zunächst gesunde und artgerechte Fütterung. Das bequeme und leider mittlerweile übliche Billigfutter mit Konservierungs- und Farbstoffen, Zucker, Schlachtabfällen und ähnlichen Zutaten schwächt den Organismus der Tiere und macht sie anfällig für Parasiten aller Art. Ein Blick auf das Etikett – auch bei "namhaften" Herstellern – sollte jedem Tierhalter selbstverständlich sein.

Zudem sollte vor jeder geplanten "Wurmkur" vom Tierarzt festgestellt werden, ob überhaupt ein Befall vorhanden ist. Eine prophylaktische Behandlung ohne echten Anlass ist sinnlos, unverantwortlich und noch dazu teuer. Und selbst, wenn sich tatsächlich einmal Parasiten angesiedelt haben, gibt es genügend natürliche, naturheilkundliche und/oder homöopathische Alternativen. Ansprechpartner sind hier die Tierärzte, Tierheilpraktiker und Tierschutzvereine, aber auch eigene Recherchen in Büchern Literatur oder im Internet liefern aufschlussreiche Informationen. Die "Chemiekeule" sollte für jeden Tierhalter wirklich nur die allerletzte Option sein.

Michaela Günter

Eichstätt




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