Donnerstag, 02.09.2010 |

 

02.06.2003 18:00 Uhr | 14x gelesen
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In der Türkei boomen Rundreisen und Ausflüge ins Landesinnere


Bild: In der Türkei boomen Rundreisen und Ausflüge ins Landesinnere.  (DK) Mit den Gästezahlen Spaniens kann die Türkei zwar nicht konkurrieren, aber immerhin wird acht Millionen Besuchern im Jahr der Willkommensgruß \

(DK) Mit den Gästezahlen Spaniens kann die Türkei zwar nicht konkurrieren, aber immerhin wird acht Millionen Besuchern im Jahr der Willkommensgruß "Hoe geldiniz!" zugerufen. 2,8 Millionen Deutsche sind darunter, und dies bei steigender Tendenz. Die Beliebtheit dieses Urlaubslandes ist verständlich. Die Türkei hat schöne Badestrände an der Ägäis, am Marmara- und Mittelmeer. Besonders an den Küsten um Izmir, Kueadasi und Bodrum und an der Türkischen Riviera zwischen Kemer, Antalya, Belek, Manavgat, Side und Alanya sind reihenweise Hotels entstanden, die sich hinter den besten anderer Länder nicht zu verstecken brauchen. Badewetter ist von Mai bis November. Abgesehen davon sind viele der 4- und 5-Sterne-Hotels mit Hallenbädern ausgestattet, häufig von olympischen Ausmaßen.


Zunehmend geschätzt werden von den Badeurlaubern aber auch die vielen gebotenen Unterhaltungs- und Ausflugsmöglichkeiten sowie · nicht zuletzt · die schmackhafte und gesunde türkische Küche, die in den meisten der größeren Hotels in Form üppiger Büfetts ausgebreitet wird. Unzählige Rent-a-car-Unternehmen laden mit günstigen Preisen dazu ein, sich für einen oder mehrere Tage einen Leihwagen zu nehmen. Die Treibstoffpreise sind allerdings alles andere als niedrig. Eine Sprachbarriere ist nicht zu befürchten, denn die Türken, die mit Fremdenverkehr in Berührung kommen, sprechen alle ein mehr oder weniger gutes Deutsch. Man findet überall Wohlwollen, Entgegenkommen und Hilfsbereitschaft.

Bei den Rund- und Besichtigungsreisen ist schon seit Jahren ein starker Boom bemerkbar. Die Zeugen der äußerst reichhaltigen Geschichte reichen bis ins 12. Jahrtausend v. Chr. zurück, bis zu der erst zum geringen Teil ausgegrabenen Steinzeit-Stadt Catal Hüyük bei Konya, die möglicherweise älter als Jericho ist. Vor zwei Jahrzehnten noch hat kaum eine Reisegruppe das in Zentralanatolien liegende Dorf Bogazkale angesteuert, in dessen Umgebung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit den Ruinen von Hattusa die Hauptstadt des einst mächtigen Hethiter-Reiches gefunden wurde. Heute ist es keine Seltenheit mehr, dass auf dem Parkplatz dort ein Dutzend Reisebusse steht. Die Hauptziele solcher Touren freilich sind das mittlerweile auf gut 14 Millionen Einwohner gewachsene Istanbul, dann das mit seiner Mondlandschaft einmalige Erdpyramiden- und Höhlengebiet von Göreme und die antike Metropole Ephesus, die allein mehr als eineinhalb Millionen Besucher im Jahr anzieht.

Aber auch bei Ausgrabungsstätten wie Gordion, Sardes, Aphrodisias, Milet, Priene oder Didyma, die vor einigen Jahren noch als zu abgelegen empfunden wurden, rollt jetzt täglich ein Reisebus nach dem anderen an, ganz zu schweigen von Troia oder Pergamon. Nach einigen Jahren, in denen aus politischen Gründen der weite Osten des Landes für den Tourismus versperrt war, sind nun wieder Reisen dorthin möglich. Man kann also wieder den wie eine Fata Morgana am Horizont auftauchenden 5165 Meter hohen Ararat sehen · falls er seinen Gipfel mal nicht in einer Wolke versteckt. Man kann den bei Dogubayazit phantastisch auf Bergeshöhe thronenden Ishak-Pafa-Palast bewundern oder das Lehmhüttendorf Harran in Obermesopotamien besuchen, in dem einst Abraham gelebt haben soll.

Der Besuch solcher Stätten ist ausgezeichnet organisiert. Die türkischen Reiseführer sind gut ausgebildet und genügen auch erhöhten Ansprüchen. Überall wurden Restaurants eingerichtet, in denen selbst mehrere zur gleichen Zeit anrückende große Reisegruppen schnell zu einer preiswürdigen Mittagsverpflegung kommen.Rudolf Sewald

Donaukurier

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