Entdeckertour zur Coco de Mer
Es duftet nach Vanille, Zimt und Muskat. Traumstrände umgeben von tropischem Urwald – Natur gepaart mit Luxus. Inmitten eines tropischen Gartens lebt der weltbekannte Künstler Michael Adams und fertigt dort seine farbenfrohen Werke.
Unser Busfahrer Freddy liebt Bob Marley. Auf der kurvigen Berg- und Talfahrt quer durch die Insel Praslin schüttelt er uns bei Reggae-Rhythmen kräftig hin und her. Karibik-Feeling, mitten im Indischen Ozean. „No woman no cry“, singt Freddy lautstark und schwärmt im selben Atemzug in einer Mischung aus kreolisch-französisch von seiner Frau Kareema. Sie spricht perfekt vier Sprachen und arbeitet vormittags als Fremdenführerin, während die drei Kinder in Schule und Kindergarten sind. Freddy und Kareema sind angestellt bei Mason’s Travel, einer Agentur, die seit 35 Jahren für Touristen Transfers, Island-Hopping, Segeltörns und Tauchausflüge bis hin zu Honeymoon-Specials organisiert.
Mit ihrem Einkommen ernähren Freddy und Kareema acht Personen, denn Freddys Eltern und ein Großonkel wohnen ebenfalls bei der Familie in einem kleinen Häuschen in der Hauptstadt Victoria. Vom Tourismus leben die meisten der rund 82 000 Seychellois, etwa die Hälfte der 30 000 Arbeitsplätze stellt der Staat mit seinen verschiedenen Wirtschaftsunternehmen. Jährlich besuchen knapp 130 000 Menschen das Archipel, etwa 20 000 Gäste kommen aus Deutschland. Die Seychellen gelten als sogenannte Ganzjahres-Destination ohne Tropenkrankheiten, Wirbelstürme und giftige Tiere.Die Republik Seychellen will verstärkt den ökologisch orientierten Aktivurlaub entwickeln. Über 50 Prozent der Landfläche der insgesamt 115 Inseln ist Naturschutzgebiet, der höchste Prozentsatz weltweit. Ein Billig-Reiseland sind die Seychellen nicht. Wie es offiziell von Regierungsseite heißt, soll mit dem Konzept „Natur und Luxus“ das Segment wohlhabender Fernreisender angesprochen werden.
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Urwald und Coco de Mer
Auf Entdeckertour zu den Naturschönheiten ist auch unsere bayerische Reisegruppe. Freddy fährt uns ins Vallée de Mai auf Praslin. Seit 1983 hat das Tal den Status eines Weltnaturerbes der Unesco, weil die Natur dort einzigartig ist. Wir wandern durch den Nationalpark, einem üppigen tropischen Urwald, streifen gigantische Farnwedel, Zedern, Akazien, Bambus, Guaven, Bananenstauden.
Unser Blick schweift nach oben. Etwa 30 Meter hoch ist die majestätische Coco-de-Mer-Palme, die nur hier auf den Seychellen wächst und das Symbol der Inseln ist. Die Meereskokosnuss ist eine zweigeschlechtliche Pflanze. Der männliche Blütenstand erinnert an ein großes männliches Glied, während die Nuss eindrucksvoll einer weiblichen Scham gleicht. Mysteriöse, phantastische Geschichten ranken sich um die Coco de Mer.In den Bergen im Süden von Mahé versteckt sich ein Gewürzgarten, Jardin du Roi, mit fast allen auf den Seychellen vorkommenden Kulturpflanzen. Es duftet nach Vanille, Zimt und Muskat. Auch einige Riesenschildkröten sind hier zuhause. Der Blick von der Restaurant-Terrasse über Wälder hinunter aufs offene Meer ist atemberaubend.
Nach La Digue setzen wir mit dem Boot über. Busfahrer Freddy hat heute frei, Transportmittel auf dieser Insel sind Ochsenkarren und Fahrrad. Nur sechs Autos von Einheimischen sind hier zugelassen. Binnen zwei Stunden erkunden wir auf Rädern entlang schattiger Straßen und bunten kreolischen Häusern La Digue, bis wir am abgelegenen Strand von Grand Anse unter mächtigen Granitfelsen picknicken.
Traumstrände und Inselromantik
Überhaupt, die Buchten und Strände, sie gehören zu den schönsten der Welt: Anse Lazio, Anse Royal, Anse Bamboo und viele andere sind immer wieder Kulisse für Werbespots und Filmaufnahmen. Die Riesen-Badewanne Indischer Ozean umspült uns warm mit ihren Wellen. Schwimmen und schnorcheln im geschützten Riff, tauchen, segeln, träumen, leuchtende Sonnenuntergänge. Die Tage vergehen im langsamen Rhythmus der Inseln, eine entspannte Schwerelosigkeit hat uns erfasst. Wir schlendern durch die Gassen von Victoria, kaufen auf dem Markt Curcuma und Curry, bestaunen prachtvolle Kolonialbauten.Am Abend treffen wir Freddy wieder - im Strandrestaurant „Chez Batista“ an der romantischen Takamakabay im Süden von Mahé. Dort tritt Freddy zweimal wöchentlich mit einer Musik- und Tanzgruppe auf. Wir genießen Samoussas, Carri und Rougail, Leckereien der kreolischen Küche, kosten weißen und braunen Kokosrum. Mit Freddys Freunden tanzen wir barfuss Sega im Sand und haben schon vor Mitternacht Muskelkater vom Hüftkreisen. Die Aussicht auf einen letzten Erholungstag im luxuriösen Beachcomber Resort Sainte Anne auf der gleichnamigen Insel lässt uns bis in die frühen Morgenstunden schweißgebadet weiter die Hüften schwingen.
Unsere Gruppe ist sich einig: Wir erleben die Seychellen tatsächlich so, wie es die Postkarten-Romantik und die überschwänglichen Lobeshymnen in den Reiseführern und auf den Websites verheißen: Die Palmblätter sind saftig dunkelgrün, das Wasser leuchtet smaragden bis türkis, der Sand ist puderzuckerweich, die Temperatur 26 Grad im Schatten, einzelne warme Regengüsse trüben weder das paradiesische Idyll noch die gute Laune. Wen wundert’s, dass die Seychellen im 19. Jahrhundert Verbannungsort für Könige und Sultane waren?„Unter Palmen wird man ein anderer Mensch“, schreibt Goethe in seinen Wahlverwandtschaften. Unter der Coco de Mer fühlen wir uns wie neu geboren, na ja wenigstens um zehn Jahre jünger. Das weiche Wasser aus den Freiluftduschen des Sainte Anne fließt sanft prickelnd und erquickend wie ein tropischer Regenschauer über unsere Körper. Die feuchte, reine Luft macht die Haut prall und glatt. „Allein aus dermatologischen Gründen sollten wir wieder hierher kommen“, sagt Thomas aus Nürnberg, als wir uns von Freddy am Schalter der Qatar Airways verabschieden.
Informationen über Reisen auf die Seychellen im Indischen Ozean:
Seychelles Tourist Office
c/o Aviareps Mangum
Sonnenstraße 9
80331 München
Broschürenhotline:
0900/110 1975 (1,99€/min)
Fax: 089/23662199
seychelles@stoger.de
www.seychelles.travel
Flugverbindung:
Die mit Fünf-Sternen ausgezeichnete Airline Qatar Airways fliegt mehrmals wöchentlich ab München über Doha auf die Seychellen.
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Von Sonja Ettengruber
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