Freitag, 30.07.2010 |

 
Mexiko-Stadt: geschätzte 25 Millionen Bewohner, Menschen, Smog, Dreck, Lärm, Kriminalität. Kann man trotzdem hier leben? Ja! Wie, das erfahren Sie im Oktober und November von Barbara Schröter. Die junge Frau aus Baar-Ebenhausen lebt und forscht für sechs Monate in Mexiko Stadt. Jeden Mittwoch schreibt uns die 28-jährige Politikwissenschaftlerin.
 
10.11.2008 15:05 Uhr | 768x gelesen
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Land der Gauner, Verbrecher und Drogendealer


Mexiko-Stadt (DK) Neben Catrina gibt es auch noch eine andere, dunklere Gestalt des Todes, den „Santa Muerte“, den Heiligen Tod. Er ist der Schutzheilige der Gauner, Verbrecher und Kriminellen und wird von diesen auch wirklich verehrt. Ein Land mit einer hohen Kriminalitätsrate zu sein, genau diesen Ruf hat Mexiko im Ausland. Doch wie ist die aktuelle Situation in Mexiko wirklich?


Santa Muerte
Bild: Barbara Schröter Der Santa Muerte, Patrón der Gauner und Verbrecher.
Dienstag, 4. November 2008, 19.30 Uhr. Ein Freund ruft mich an: „Über Reforma (einer Hauptverkehrsstraße, vergleichbar mit den Champs Elysees) ist ein Flugzeug abgestürzt.“ Was??? Ich schalte den Fernseher ein. Ein Learjet, eine Regierungsmaschine, in der Juan Camilo Mouriño und José Luis Santiago Vasconcelos saßen, der mexikanische Innenminister und der Beauftragte zur Einführung der Verfassungsänderungen bezüglich Sicherheit und Strafrecht.

Das Flugzeug stürzte genau zwischen Sedena (Secretaria de Defensa Nacional – Verteidigungsministerium) und dem Präsidentenpalast "Los Pinos" ab, in der Hauptverkehrszeit. Neben den Insassen der Maschine kamen sechs weitere Menschen um, an die 40 wurden verletzt. Ein Unfall? Die Regierung wird höchstwahrscheinlich bei dieser Version bleiben.

Sie kann nicht zugeben, dass das organisierte Verbrechen bis ans Zentrum der Macht vorgedrungen ist. Und ein Anschlag ist schwer nachzuweisen, da vermutlich das elektronische System des Flugzeugs gestört wurde. Viele sehen in dem Absturz jedoch eine Warnung der Narcos an den Präsidenten Felipe Calderón Hinojosa: Wir vergelten Schlag auf Schlag. Schwerwiegend war die Warnung, da der Innenminister auch ein enger Vertrauter Calderóns war.

Die Mauer in Tijuana
Bild: Barbara Schröter Die Mauer in Tijuana, an der Grenze zu den USA, die trotz allem porös ist und Drogen, Waffen und Menschen passieren lässt.
Narco, Inseguridad, Delincuencia. Das sind die Schlagworte, die jeden Tag die Medien beherrschen. Die aber ohne Frage auch aufgebauscht und politisch genutzt werden. Einen journalistischen Ethik-Code gibt es nicht. Wie Unfallopfer, die verblutend in ihrem Auto abgebildet und auch noch namentlich genannt werden, werden auch Opfer von Verbrechen vor allem in der Boulevardpresse ohne Skrupel abgelichtet. Zum Beispiel geköpfte Leichen aus dem Drogenkrieg, Politiker, Polizeibeamte, manchmal Unschuldige, die einfach eine Kugel abbekommen haben. Und das täglich! (ca. 6000 Personen pro Jahr). Und für Journalisten ist Mexiko das gefährlichste Land gleich nach Afghanistan.

Irgendwann habe ich eine Landkarte Mexikos in der Zeitung gesehen. Überschrift: Routen des Drogenhandels. Da bin ich aber gespannt, wo die entlang führen, dachte ich mir und musste mit Entsetzten feststellen, dass das Land in drei Zonen aufgeteilt ist. Die Vorstellung, dass es Kartelle nur im Norden, an der Grenze zu den USA, in der Wüste gibt, ist von der Realität eingeholt worden. Mexiko hat Kolumbien abgelöst.

Da mit dem Drogenhandel das meiste Geld verdient wird, ist der Kampf der Kartelle untereinander hart. Ihre Ausstattung ist gut, sie besitzen sogar U-Boote! Und der Präsident hat sich auf die Fahnen geschrieben, die "Narcos", die Drogenkartelle, zu bekämpfen. Er schickt hauptsächlich Militär und hat damit anscheinend Erfolg.


Polizeiaufgebot
Bild: Barbara Schröter Polizeiaufgebot bei einer Demonstration.
Narcoterrorismus heißt das Stichwort seit dem 15. September 2008. Dem Nationalfeiertag, an dem sich die Mexikaner traditionell auf den zentralen Plätzen der Stadt versammeln und dem "Grito" lauschen, dem "Schrei der Unabhängigkeit", den der Bürgermeister vom Rathausbalkon abgibt. So auch in Morelia, der Hauptstadt des Bundesstaates Michoacán.

Doch dort ging dieses Jahr eine Bombe hoch, bei der acht Zivilisten starben und 85 Bürger verletzt wurden. Einfach so. Drogenkrieg. Ein Kartell will dem anderen eins auswischen bzw. der Regierung die Akzeptanz ihrer Geschäfte aufzwingen! Danach wurden Spruchlaken aufgehängt, mit denen die Kartelle sich von den Attentaten distanzieren: Die anderen waren es! Grotesk.

Ja, die Kriminalität hat zugenommen. Vor allem Entführungen. An die Öffentlichkeit gelangen wie immer die Fälle von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, z.B. dem Unternehmersohn Fernando Martí im Juni dieses Jahres, dessen Vater Besitzer einer Sportgeschäftkette ist. Trotz Lösegeldzahlung wurde der 14-Jährige samt seinem Chauffeur ermordet.

Doch die Mehrzahl der Entführungen - in diesem Jahr zirka 700 - betreffen einfache Leute. Es reicht schon, wenn man ein Auto besitzt. So genannte "Express-Entführungen" führen zum Geldautomaten, wo man gezwungen wird, mit der Kreditkarte möglichst viel Geld abzuheben. Oder man erhält einen Anruf, dass ein Familienmitglied angeblich entführt wurde und man Geld da und dorthin überweisen solle.

Marsch gegen das Verbrechen
Bild: Barbara Schröter Marsch gegen das Verbrechen am 30. 8. 2008 in Mexiko-Stadt.
Die Bevölkerung ist zunehmend besorgt. Am 30. August wurde ein "weißer Marsch" gegen Kriminalität veranstaltet. Ein Marsch des Schweigens, um Einigkeit gegen das organisierte Verbrechen zu demonstrieren und die Regierung zum Handeln aufzufordern. Leider war es auch ein Marsch der weißen Mexikaner, die man sonst nie im Stadtzentrum sieht und die sich in ihren großen Häusern in Lomas verschanzen. Und der intellektuellen Mittelschicht, die sich politisch engagiert. "Gemeine" Mexikaner haben den Marsch nur als Händler begleitet, die ihre Waren verkauften. Doch es trifft alle. Die meisten Mexikaner sind schon einmal Opfer eines Überfalls gewesen.

Demonstration
Bild: Barbara Schröter Demonstration in Mexiko-Stadt.
Eine schnelle Lösung des Problems scheint es nicht zu geben. Eine wirkliche Ursachenbekämpfung - Armut, Wirtschaft, Arbeitsplätze - findet nicht statt, nur temporäre Problembekämpfung. Zwar hat der Partido de la Revolución Democrático (PRD), eine Partei des linken Spektrums, eine Debatte zur Drogenlegalisierung angestoßen, doch die Politiker sind dagegen. Warum? Wegen der hohen Korruption, in die sie teilweise involviert sind und wegen des Drucks der USA, die eine Legalisierung niemals zulassen würden.

Für alle, die sich jetzt fragen, wie ich in Mexiko lebe und überlebe: Ganz normal! Wie alles in Mexiko ist auch die Kriminalität hinter einer Fassade versteckt. Nach außen ist alles ruhig und sieht schön aus. Man geht jedoch nicht auf die Straße, ohne Vorkehrungen zu treffen, oder kurz in Gedanken durchzuspielen, ob und wo man überfallen werden könnte. Mit dieser eingeschränkten persönlichen Freiheit müssen Millionen von Mexikanern leben.



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Kommentare

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FrageAntwort von   mondial  (52) | 04.12.2008 14:12 Diesen Kommentar melden
Land der ..

Schade, dass d Artikel so gar nichts Liebenswertes über d Land enthält, das es sicher auch gibt.
So weiss sicherlich nicht jeder, dass hier i Deutschl. jedes 4. bis 5. Mädel e sexuellen Übergriff erlebt hat u das sind nur d gemeldeten Fälle.
http://bayernaktuell.de/sexuelle_Ubergriffe/sexuelle_ubergriffe.html

Mexiko ... die Wüste i Norden ... es gab einmal e Fluss, der heißt Colorado, der floss bis weit nach Mexiko hinein und ermöglichte Plantagenanbau von Orangen u.a. Früchten .. bis ja bis die Amerikaner von heut auf morgen (für die dort lebenden Mexikaner) den Wasserhahn mittels riesigem Staudamm zudrehten.
Da fragte keiner, wovon d Mexikaner dann leben sollten, die erstmal gar nicht wussten, was passiert war ... die dann über die Grenze versuchten zu flüchten .. die dann andere Überlebensstrategien entwickelten.
Alles hat einen Grund.

@layla175 - was soll Bosheit i e Forum?
@Weinzierl - gibt es keine deut. Botschaft m aktuellen Infos/Faltblätter über Deutschland für d Schulen?


FrageAntwort von   stephanweinzierl  (46) | 05.12.2008 00:45 Diesen Kommentar melden
Re: Land der ..

Es gibt natürlich eine Deutsche Botschaft. Ebenso ein Zentrum Dominico-Aleman zusammen mit der Deutschen Handelskammer, von dort aus wird versucht den Leuten hier, Deutschland etwas näher zubringen, Veranstaltungen, Konzerte, Markt, Austellungen, usw.
Es gibt aber keine Deutsche Schule.
In den Schulen hier gibt es leider nichts über Deutschland, man arbeitet aber daran.
--
stephanweinzierl


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 04.12.2008 20:54 Diesen Kommentar melden
Meine Rede

Ich habe auch eher erhofft, die dunklen Seiten meiner geheimen Vorurteile wiederlegt zu sehen.
Was das Ganze aber mit sexuellem Mißbrauch in Deutschland (und wie dieser in welchem Verhältnis zu anderen Ländern steht), vermag ich nicht zu erkennen.
Dennoch: Überall auf der Welt gibt es Licht und Schatten.

Man wird sich dafür entscheiden zu leben, wo man mit den Schatten leben kann, aber das Licht zu einem paßt.
Aber man sollte auch die Schatten andernorts nicht schwärzen und das Licht nicht gering schätzen.

Denn es ist dieselbe Welt, in der wir alle wohnen.


FrageAntwort von   layla175  (44) | 05.12.2008 09:19 Diesen Kommentar melden
Re: Meine Rede

Das war aber recht salbungsvoll, wenn ich mir die Bemerkung gestatten darf!
--
layla175


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 05.12.2008 11:00 Diesen Kommentar melden
Vorwurf

Denselben Vorwurf hat Ihnen - wenn auch einfacher formuliert - ein gewisser Racesowieso gemacht.
Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.


FrageAntwort von   layla175  (44) | 05.12.2008 11:29 Diesen Kommentar melden
Re: Vorwurf

Der ist inzwischen aber richtig böse geworden, ich jedoch nicht!
--
layla175


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 05.12.2008 12:01 Diesen Kommentar melden
Lieber

... waren Sie, aber der Vorwurf ist im Kern ähnlich. Ich sage nur: Esprit (oder heißt es nach der Nichtdenkreform doch "Esprite"?)


FrageAntwort von   layla175  (44) | 05.12.2008 12:11 Diesen Kommentar melden
Re: Lieber

nein! Bei mir war es ja eigentlich kein Vorwurf, schon gar kein Anwurf, sondern allenfalls ein Einwurf!
--
layla175


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 05.12.2008 17:41 Diesen Kommentar melden
Tut mir leid

Das habe ich wohl in den falschen Hals bekommen.


FrageAntwort von   autharis  (43) | 05.12.2008 17:55 Diesen Kommentar melden
Mit dem Hals

falls es doch eher mit dem Hals zu tun hatte, wäre ein Sprite (e sprite)
einerseits trink und andererseits denk Bar.


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 05.12.2008 18:07 Diesen Kommentar melden
Halsen

... durch das Labyrinth der Wortspiele.
Nicht schlecht, werter Autharis.

Annehm-Bar ohne Bar-Bar zu sein.
Dort könnte man sich au-Sprite-n.


FrageAntwort von   gilligan  (30) | 25.11.2008 16:51 Diesen Kommentar melden
Tourismus oder Alltagsleben

Ich habe ein paar Mexikaner gefragt (nicht repräsentativ, da auch alle aus der gebildeten Mittel- und Oberschicht kommen, die sich das Reisen leisten kann), und die haben mir folgenden Eindruck von Deutschland wider gegeben:
- ein Land der ersten Welt (damit ist eigentlich schon alles gesagt)
- es herrscht Ordnung und alle halten sich an die Regeln
- alle Mexikaner hatten Angst, sich nicht verständigen zu können. Aber das Gegenteil sei der Fall: die Deutschen seien freundlich und sehr hilfsbereit, und die Verständigung klappe immer, notfalls auch mit Händen und Füßen
- beeindruckend, wie schnell das Land nach dem Krieg auf die Füße gekommen ist, und auch beeindruckend, wie mit der Geschichte umgegangen wird (viele Denk- und Mahnmäler – wurden als positiv befunden).

Was die Situation des Großteils der Mexikaner in Europa anbelangt, ist der Kommentar von Herrn Weinzierl sicher zutreffend. Wegen der Sprache gehen die meisten Latinos jedoch lieber nach Spanien oder Italien.


FrageAntwort von   stephanweinzierl  (46) | 25.11.2008 20:45 Diesen Kommentar melden
Re: Tourismus oder Alltagsleben

und in Spanien oder Italien, da sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Kann in dieser Sache nur über Spanien reden, habe dort 16 Jahre gelebt. Will sagen den Aufschwung von Spanien miterlebt oder miterleben dürfen. Die Spanier schicken jetzt die Leute wieder zurück in ihre Heimatländer. Die Süd-Amerikaner in Spanien haben dort die Arbeit gemacht, die die Spanier nicht mehr machen wollten. Bedienungen, Küchenpersonsal, Putzfrauen, Hotelputzpersonal, ............. diese Leute kamen mit völliger anderen Vorstellung nach Spanien, Schulden gemacht im Heimatland um die Reise bezahlen zukönnen, oder auch das Visum, Angekommen zuerstmal Schwarzarbeiten, da die Aufenthaltsgenehmigung mit Arbeitserlaubniss ca. 3-4 Monate dauert, wovon soll man auch leben? Dann haben einige die Papiere bekommen und dürfen jetzt legal Arbeiten, bekommen ca. 500-800 €, das reicht aber wieder nicht um alles zubezahlen, sprich Schluden im Heimatland, Familie im Heimatland, Miete und Kosten in Spanien, wie soll das gehen? Das war vor 10-15 Jahre noch etwas anders.
Jetzt in der Kriesenzeit ( dauer bis etwa 2012 in Spanien) wollen und müssen die Spanier diese Arbeiten machen, die sie vorher nicht wollten. d.h. Bevorzugte Einstellungen für Spanier (wird ab Januar Gesetz in Spanien).
Nachdem man in Spanien die gleichen Müll-Hypotheken für Wohnungskauf wie in den USA gehabt hat, konnten viele Süd-Amerikaner Wohnungen kaufen, die sie heute nicht mehr bezahlen können und nur noch 50% von Kaufpreis wert sind.
Derzeit ca. 4 Millionen unbezahlte Hypotheken in Spanien, Wertverluste bei und bis 50%.
Arbeitslosenzahlen steigen wöchentlich und mit das teuerste Land in Europa, sprich Lebenshaltungskosten.
Die Situation der Leute wird immer Schmerzhafter.

--
stephanweinzierl


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 25.11.2008 20:06 Diesen Kommentar melden
Fällt

... sehr positiv aus. Vielleicht ein wenig zu euphemistisch? Ist das mexikanische Deutschlandbild besser als das der Deutschen selbst?
Oder hat sich nur keiner aus diplomatischen Gründen getraut, auch ein bißchen was negatives zu äußern?

Die Lebensführung unterscheidet sich doch erheblich. Die Deutschen gehen nicht so zurückhaltend mit ihrer Meinung über fremde Kulturen um.
Da helfen zuweilen nicht einmal gegenteilige Tatsachen.


FrageAntwort von   gilligan  (30) | 26.11.2008 17:50 Diesen Kommentar melden
Deutschlandbild

Meine Erfahrung ist wirklich, dass Leute in anderen Ländern oftmals ein positiveres Deutschlandbild haben als die Deutschen selbst. "Die Deutschen" werden sehr bewundert, v.a. für technische Errungenschaften. Außerdem sind wir stets höflich und freundlich und bieten Hilfe an. Ich glaube nicht, dass das unbedingt nur Höflichkeit ist. Wenn v.a. die Mexikaner herausfinden, dass Deutsche nicht so streng sind wie in den Filmen, sondern durchaus locker sind und auch feiern können, stet einer tieferen Freundschaft nichts mehr im Wege.


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 27.11.2008 17:34 Diesen Kommentar melden
Selbstbild

Nun, die Frage ist, wen man nach seinem Deutschlandbild fragt. Ich bin im Ausland - obwohl schon rein optisch eher fernliegend - ab und zu mit dem Hitlergruß bedacht worden. In meiner Gegenwart wurden Deutsche als arrogant, immer Bier trinkend und lärmend bezeichnet.
Und das nicht nur in Einzelfällen.

Allerdings waren das eher Volkes Stimmen, je höher die Bildung, desto freundlicher war man.
Vielleicht ist es auch schwerer, ohne Vorurteile negativ zu sein.

Und wer schon einmal da war, der erinnert sich eher an die guten Seiten. Denn, gottlob, der Mensch neigt dazu, aus der Ferne zu verklären und das Negative zu vergessen und vor allem das Gute in Erinnerung zu behalten.
Ein Selbstschutz, der möglicherweise letztlich zu einem positiven Deutschlandbild bei denjenigen geführt hat, der unser Land schon einmal er-lebt hat.


FrageAntwort von   gilligan  (30) | 29.11.2008 15:48 Diesen Kommentar melden
Selbstbild

Der Aussage, je höher die Bildung, desto freundlicher die Leute und desto besser das Deutschlandbild kann ich nicht zustimmen.
Ich bin aber auch größtenteils in Gebieten unterwegs, wo selten Touristen vorbei kommen.

Mit dem Hitlergruß bin ich auch schön öfters angesprochen worden, bzw. gefragt worden, ob wir Hitler in Deutschland verehren, bzw. warum nicht. Das hat mit unterschiedlicher Geschichtserfahrung zu tun. In Lateinamerika sind Diktatoren „normal“, es gibt linke und rechte, gute und böse, verehrte und nicht verehrte. Alles nicht so tragisch!

Insgesamt erscheint mir die Diskussion nach dem Motto: in Deutschland wird uns ein kritisch-negatives Selbstbild vermittelt, jetzt wollen wir auch negativ im Ausland gesehen werden. Freut Euch doch, dass das teilweise nicht so ist und unser Ruf nicht so schlecht ist wie wir glauben!


FrageAntwort von   layla175  (44) | 29.11.2008 20:47 Diesen Kommentar melden
Re: Selbstbild

Mit dem Hitlergruss bin ich in Amerika , Nordamerika , USA und auch Kanada schon begrüßt worden. Nach Hitler wurde dort gefragt, nicht nur gegrüßt. Übrigens wurde ich auch schon in Marokko nach ihm gefragt: das ist weltweit in den Köpfen, immer noch, und hat nichts speziell mit Mexiko oder Südamerika zu tun.
--
layla175


FrageAntwort von   einfeindesein  (2) | 30.11.2008 18:57 Diesen Kommentar melden
Dachte ich mir

... und spricht eben nicht gerade für ein positives Deutschlandbild in den Köpfen anderer Länder.


FrageAntwort von   stephanweinzierl  (46) | 01.12.2008 01:29 Diesen Kommentar melden
Re:ist aber doch etwas anders

Der Hitlergruss im Ausland, ist in vielen Länder das einzige was man von Deutschland kennt. Es gibt viele (die Masse) Leute die nicht mal wissen das Deutschland in Europa liegt, habe gestern darüber mit dem Japanischen Konsul in der Dom.Rep. gesprochen. Man bekommt auch keine Infos über die BRD in den anderen Ländern, Hier in Südamerika wissen die Leute nur das die USA grosse Problema hat, wissen aber gleichzeitig nicht mal warum, das es in Europa genauso aussieht wissen die meisten Leute nicht.
Hier im Spanischen Generalkonsulat bekommen täglich ca. 200 Menschen ein Visum für Spanien! Selbst damit wird noch ein Geschäft gemacht. Das von Spanien aus die Leute zurück in ihre Heimatländer geschickt werden, weis hier kein Mensch. Ein Visum kostet ca. 400€ dauert einige Monate und dann ab nach Spanien.
Ich verfolge jeden Tag die Nachrichten in den Südamerikanischen Raum, von Europa hört man nichts, gleich 0. Sollte man den Herrn Steinmeier mal fragen wie der hier Behandelt wurde im Oktober 2008, das war kaum zu glauben, Beschähmend.



--
stephanweinzierl


 

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