Die Tücken des iPad
Ingolstadt (dk) Es ist ganz unbestritten das Produkt des Jahres, so viel lässt sich jetzt schon sagen. Apple hat in weniger als 60 Tagen zwei Millionen iPads verkauft. Am vorvergangenen Freitag begann die Auslieferung in Deutschland, und seitdem erreichen auch die Online-Redaktion des DONAUKURIER Mails von iPad-Nutzern.
Probleme mit Flash und PDF-Download
Mit dem iPad lassen sich viele nützliche Sachen machen. Man kann unterwegs surfen, spielen, Filme anschauen und vieles mehr. Zwei wesentliche Dinge aber kann das so hochgejazzte Wunderding nicht: Flashdateien öffnen und PDFs herunterladen. Und genau da beginnt das Problem derjenigen, die auf Nachrichten-Webseiten wie donaukurier.de surfen.
Klickt der angemeldete E-Paper-Abonnent auf "Ausgabe herunterladen", startet nicht mehr der Download-Vorgang, sondern es öffnet sich nach kurzer Wartezeit das PDF mit der zuvor ausgewählten kompletten Tagesausgabe. Den nicht ganz unkomplizierten Umweg bzw. Konvertierungsvorgang vom PDF ins iPad-taugliche ePub-Format kann man sich somit sparen.
Steve Jobs' Aversion gegen Flash
Bleibt das Problem mit den für Videos und Animationen erforderlichen Flashanwendungen. Weil Flashfiles zu ressourcenhungrig seien, verzichtet man bei Apple auf die Unterstützung dieser Dateien und bremst somit auch die iPad-User aus: 70 Prozent der Webspiele und 75 Prozent der Onlinevideos (auch die Videobeiträge auf donaukurier.de basieren auf Flash) bleiben ihnen verborgen.
Für manch einen ist das ein Grund, sich das Wunderding nicht zuzulegen. Als Apple-Chef Steve Jobs während der iPad-Vorstellung mit dieser Problematik konfrontiert wurde, ging er in die Offensive. Schuld seien allein die Flash-Entwickler vom Hersteller Adobe. Flash sei zu instabil und überhaupt seien die Adobe-Programmierer schlichtweg zu träge, um weiter zu entwickeln. In Kürze werde, so Jobs weiter, sowieso kein Hahn mehr nach Flash krähen. Die Zukunft heiße HTML5, und das liefe auch auf dem iPad.
HTML5 als neuer Videostandard
Womit wir bei der Lösung des (iPad-)Problems wären. HTML5 wird der neue Videostandard im Internet. Es ist plattformunaghängig und - im Gegensatz zu Flash, bei dem einige nicht ganz taufrische Browser gerne mal aufmucken - auf keine Plugins angewiesen. Die Videoportale Youtube und Vimeo bieten bereits experimentelle Videoplayer an, die auf HTML5-Basis arbeiten und ohne Flash auskommen. Ein weiteres relativ neues Format ist H.264. Es ist speziell für hochauflösende Videoformate programmiert, ermöglicht eine stärkere Kompression (als HTML5) und ist ebenfalls iPad-tauglich.
Apple fordert mit seiner Verweigerungshaltung Flash gegenüber also die Programmierer heraus. Noch ist Flash der gängige Standard zur Erstellung multimedialer, interaktiver Inhalte und der zum Abspielen erforderliche Flash-Player eines der am meisten verbreiteten Browser-Plugins. Mit dem Verkaufsstart des iPad - zwei Millionen verkaufter Exemplare in zwei Monaten sprechen eine deutliche Sprache - könnte sich hier jedoch ein Wandel vollziehen.
Die Umstellung aufs HTML5-Format geht nicht von heute auf morgen. Dahinter steckt ein technischer Aufwand. donaukurier.de verschließt sich der Entwicklung hin zu diesem Format nicht, beschäftigt sich intensiv mit der Thematik. Wie lange es noch dauern wird, bis donaukurier.de-Videos auch auf dem iPad laufen, kann zum derzeitigen Zeitpunkt aber noch nicht vorhergesagt werden.
Uwe Ziegler, Online-Redaktion
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