: Nur die Netze waren nicht wettkampftauglich
Tischtennis macht Spaß: Mitglieder des Bayernligisten Post SV Augsburg mit ihrem Organisator Dieter Voigt (im Bild rechts) spielten mit den Insassen der JVA. Selbst der für den Strafvollzug zuständige Ministerialdirigent Prof. Frank Arloth stand an der Platte. - Foto: oh
Dieter Voigt, der seit über 40 Jahren Mitglied des Post SV Augsburg ist, begann das Training mit einer Begrüßungsrunde, die mit einer Geschenkübergabe der Spieler an die Gefangenen endete. Die Geschenktüte (zwei Trikots, ein Handtuch und eine Trinkflasche) freute die Häftlinge besonders. Und die Stimmung war bestens.

Anschließend gingen alle zu den Platten. Es spielte immer ein Post SV-Spieler gegen einen Gefangenen. Die übrigen Häftlinge traten bis zum Wechsel gegeneinander an. Lächelnd bemängelten die Profis die selbst gespannten Netze der JVA und meinten, dass diese allerdings nicht wettkampftauglich wären. Sie gaben den Gefangenen Tipps, zeigten einige Tricks und tauschten zur Demonstration ihre Profischläger mit den Häftlingen, um ihnen den Unterschied zu zeigen. Alles in allem hatten alle Beteiligten eine Menge Spaß, fanden das Verhalten fair, und alle haben etwas dazugelernt. Durch den zehnminütigen Wechsel konnten sich alle kennenlernen, und durch die gute Stimmung entstanden neben dem Spiel rege Unterhaltungen.

Nach etwa 90 Minuten Trainingszeit gaben die vier Jugendspieler Einblicke in ihr Wettkampftraining. Vor allem die Insassen der JVA waren von dieser Showeinlage schwer beeindruckt. Zum Schluss bekam auch noch Prof. Arloth Lust auf ein Match. Also griffen er und Dieter Voigt zum Schläger und lieferten sich ein Duell. Die Häftlinge und Spieler des SV ließen währenddessen den Nachmittag mit ein paar Runden "Rundlauf" ausklingen.

Beim anschließenden gemeinsamen Kaffee und Kuchen in der Schulabteilung konnten sich alle Teilnehmer noch einmal austauschen. Vor allem die Jungs des Post SV Augsburg hatten noch jede Menge Fragen an uns Insassen.

Und hier sind die Feedbacks einiger Beteiligten:

Prof. Arloth: Ich bin ein Fan der Vereinsarbeit und spiele selbst Tennis im Verein. Mein persönlicher Rat: Ein Verein ist stabilisierend und gibt Halt, ebenso wie die Familie. Und das fördert auch die Resozialisierung.

Dieter Voigt: Sport ist eine Schule fürs Leben. Man stellt Kontakt zu Menschen her, lernt Eigenverantwortung und kann sich selbst finden.

Manuela Veit, Lehrerin in der JVA: Man erkennt die Leidenschaft für Tischtennis und sieht eine andere Seite der Schüler.

Patrick Ebenhöh, Sportbeamter in der JVA: Das war eine rundum gelungene Veranstaltung, die den Gefangenen sichtlich Spaß gemacht hat.

Lukas B. und Marco D., JVA Neuburg-Herrenwörth