Mittwoch, 08.09.2010 |

 

18.07.2010 18:49 Uhr | 122x gelesen
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Unterwegs in Kieselerdegruben


Bild: Unterwegs in Kieselerdegruben . Neuburg Neuburg (DK) Wozu braucht man eigentlich Kieselerde? Ist das etwas zum Bauen von Häusern? Das wollten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 b aus Karlskron wissen und machten sich auf nach Neuburg.

Neuburg (DK) Wozu braucht man eigentlich Kieselerde? Ist das etwas zum Bauen von Häusern? Das wollten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 b aus Karlskron wissen und machten sich auf nach Neuburg.


Neuburg: Unterwegs in Kieselerdegruben
Karlskroner Schülerinnen und Schüler auf Entdeckungstour: In der Grube Pfaffengrund im Neuburger Seminarwald wird Kieselerde abgebaut. Der Rohstoff wird in vielen Bereichen eingesetzt. - Foto: oh
Vor wenigen Wochen waren die Schüler der Klasse 4 b in Karlskron noch ratlos. Neuburger Kieselerde – davon hatten sie noch nie gehört. Zum Häuserbauen braucht man Kieselerde, vermutete der Großteil der Klasse, oder zum Herstellen von Kreide.

Aus den Schülern wurden inzwischen richtige Experten. Anhand eines "Kieselerde-Expertenbuchs" konnte die Klasse zunächst an verschiedenen Stationen im Klassenzimmer erfahren, wozu man Kieselerde braucht, wo sie herkommt und wozu man sie verwendet. Am Ende gab es sogar einen Kieselerde-Cocktail zu probieren.

"Dann sind wir ja etwas ganz Besonderes!", stellte ein Schüler fest, nachdem ihm bewusst wurde, dass die Neuburger Kieselerde ein einzigartiger Rohstoff und nur in unserer Region zu finden ist. Erstaunen rief bei den Kindern auch hervor, in welchen Produkten Kieselerde zu finden ist: In Autodichtungen, Schläuchen, Bodenbelägen, Wärmflaschen, aber auch in Zahnpasta und Kaugummi und sogar in Autopflegemittel ist der besondere Stoff zu finden, der vor etwa 95 Millionen Jahren aus Kalküberresten des damaligen Meeres, welches Süddeutschland überschwemmte, entstanden ist. Schon die alten Römer benutzten Kieselerde zum Anstreichen ihrer Häuser.

Höhepunkt der Beschäftigung mit der Kieselerde aber war eine Führung durch die Neuburger Kieselerdegruben. Denn so richtig vorstellen konnte sich keiner, wie eine richtige Grube aussieht. So standen die Schüler staunend an dem 40 Meter tiefen Abhang der Grube Pfaffengrund im Neuburger Seminarwald. Sie ließen sich von Thomas Greiff, der als eine Art Schatzsucher bei der Firma Hoffmann Mineral nach neuen Gruben sucht, den Tagebau erklären.

Besonders interessant war vor allem, den Baggern und Muldenfahrzeugen – dabei handelt es sich um spezielle Lkws, die einen extrem steilen Berg hinauffahren können – beim Abtragen und Abtransportieren zusehen zu können. Thomas Greiff wurde mit spannenden Fragen der Schüler bombardiert.

So wollten sie beispielsweise wissen, was Kieselerde kostet, wie viel Kieselerde am Tag abgebaut wird oder wie lange er suchen muss, bis er eine neue Grube findet. Dabei lernten die Schüler auch, dass die Firma eigentlich viel mehr Kieselerde abbauen könnte, weil so viel davon benötigt wird. Aber die Arbeit soll noch für viele Generationen gesichert sein, so dass auch die Enkelkinder der Schüler noch etwas von der Kieselerde haben. Denn wenn dieser Rohstoff einmal abgebaut ist, kommt nichts mehr nach.

Auch die Besichtigung der Biotope und der nach dem Abbau der Kieselerde wieder in eine normale Landschaft verwandelte Grube bereitete den Schülern viel Freude. Sie erfuhren viel über Umweltschutz und die Philosophie des Neuburger Unternehmens, das nach dem Abbau der Kieselerde für eine Wiedereingliederung des Abbaugebietes in das jeweilige Ökosystem sorgt. So wird dabei auch Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen geschaffen. "Vielleicht werden wir ja eines Tages Arbeitskollegen", verabschiedet sich Thomas Greiff von den Schülern, die mit vielen Eindrücken und neuen Erkenntnissen über ein besonderes Unternehmen in ihrer Heimat nach Hause fahren.

Klasse 4b der Grundschule Karlskron

Donaukurier

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