Montag, 20. November 2017
 

 

"Rettet das Märchenland": Sieg über den Zauberer Megabyte

Ingolstadt (DK) Eine ungewöhnliche Auftrittsmöglichkeit verschaffte die Bayerische Theaterakademie August Everding ihren Studierenden des ersten Jahrgangs: Als Beitrag zu den Theatertagen benannte sie deren Eigenproduktion "Rettet das Märchenland" – eine Art gemeinsamer Semesterarbeit, wie sie von den Schauspieleleven der Akademie sonst haus-intern abgeliefert wird. Nun also öffentlich im großen Rahmen und im Kleinen Haus: Fortgeschrittenes "Schultheater", das freilich alles andere als Schülertheater sein will.
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Oper aus dem Konzentrationslager

Ingolstadt (DK) Ein Höhepunkt der Theatertage, freilich gewissermaßen außer Konkurrenz, steht fest: Viktor Ullmanns Oper "Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung", produziert in Kooperation des Orchesters Jakobsplatz München, der Bayerischen Staatsoper und der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition, aufgeführt nun im Großen Haus des Theaters Ingolstadt..
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Leben heißt, nicht aufhören zu kämpfen

Ingolstadt (DK) Am Ende ist die Wand strahlend weiß, der alte Box-Champion Leo auf dem Weg nach Südfrankreich, und der junge Mann reißt die mit roten Box-Handschuhen bewehrten Hände in die Luft. Er hat das Herz des von ihm verehrten Mädchens erobert und stellt sich dem Leben. Was sich als plattes Happy End anhört, haben sich die beiden Protagonisten des Theaters Hof in „Das Herz eines Boxers“ von Lutz Hübner Stück für Stück so erarbeitet, dass das Publikum spürt.
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Tanz der Traumkobolde

Ingolstadt (DK) Am Ende dieses Abends langer, rasender Applaus. Was zu erwarten war. Wer widersteht schon dem Reiz des eigenen "Ah"- und "Oh", dem gigantischen Effekt! Und davon hatte "Sweet Sweet Sweet" ja in der Tat genug zu bieten. Hunderte grafitgrauer Luftballons, schwebend, wogend, pulsend im Spiel diffusen Lichts. Dazu tibetanische Mönchsgesänge. Ach ja: Und Tanz natürlich auch.
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Gefangen im Dickicht der Bilder

Ingolstadt (DK) Am Ende der Aufführung steht das apokalyptische Schaumbad für die Gestalten am Abgrund. Doch ist die wabernde Masse, die sich unaufhaltsam von oben über den Bühnenboden des Großen Hauses ergießt, Sinnbild für die Sektlaune, der sich die Hochzeitsgesellschaft hemmungslos – als ob es kein Morgen gäbe – hingibt. Oder ist der weißflockige Schaum, der die Menschen zu verschlingen droht, ist diese anschmiegsame Unausweichlichkeit, gar den Verhältnissen geschuldet
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"Ich wollt ihn nur quälen und ärgern"

Ingolstadt (DK) Ein Kind ist tot. Von seinen Kumpeln wurde es geschlagen, gedemütigt; zu Tode getreten. Dann wurde seine Leiche in einer Jauchegrube vergraben. Und erst Monate später entdeckt. Einer der Täter sagt später: "Ich wollt den nie umbringen. Ich wollt ihn nur quälen und ärgern..."
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Doktor Faust als Biedermann

Ingolstadt (DK) Anfangs mutet Udo Schürmers „Faust“-Inszenierung, Beitrag des Landestheaters Coburg für die Bayerischen Theatertage, gegeben im Großen Haus des Theaters Ingolstadt, durchaus modern an. Karges Bühnenbild (Anne Dembeck): geschrägtes Podest vor einer Rückwand in wechselnden Farben, an Mobiliar nur das Nötigste. Rasche Szenenwechsel durch Überschneidungen. Ferner, wie inzwischen üblich, der Mephisto von einer Frau gespielt.
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Wehr Dich!

Ingolstadt (DK) „Ich nahm am Leben teil, aber ich war kaum noch vorhanden.“ Sebastian ist ein Opfer häuslicher Gewalt. Der Vater schlägt ihn, um ihn „hart“ zu machen. Die Mutter denkt sich absurde Abstrafaktionen aus. Dabei sind sie doch „ganz normale“ Eltern.
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Land der Träume

Ingolstadt (DK) Ein „wunderbar wunderschönes Haus“ entdecken der kleine Bär und der kleine Tiger in Panama, dem Tiger-und-Bären-Paradies, das von oben bis unten nach Bananen riecht. Eigentlich ähnelt es ihrem alten Haus, das sie zurücklassen mussten.
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Achterbahn der Gefühle

Ingolstadt (DK) London im Ausnahmezustand: In einer besonders heißen Juli-Woche 2005 ereignen sich innerhalb weniger Tage Dinge, die die Emotionen Achterbahn fahren lassen. Es beginnt mit dem größten Benefizkonzert aller Zeiten „Live8“ im Hyde Park und in weiteren Weltstädten gegen die Armut in der Welt; außerdem werden die Olympischen Spiele 2012 London zugesprochen. Im Moment des nationalen Massentaumels kommt es zum terroristischen Anschlag der Islamisten auf den Londoner Nahverkehr.
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Wer bin ich?

Ingolstadt (DK) „Denn wenn das ich bin da drüben, wer bin ich?“ Vermutlich die verstörendste der Fragen, die sich stellen, wenn man seinem Klon begegnet. Aber eine, auf die das Publikum im Kleinen Haus mit Lachen reagieren darf so spontan gesprochen scheint der Satz. Schön: dass Regisseurin Alice Asper, trefflich unterstützt von den grandiosen Schauspielern Heimo Essl und Marco Steeger, in ihrer Inszenierung auch solche Momente möglich macht.
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Die Revolution frisst ihre Kinder

Ingolstadt (DK) Die Republik ist eine Baustelle. Fünf Jahre nach dem Ausbruch der Französischen Revolution zeigt sich das ganze Ausmaß der schlampigen Arbeiten, der ständigen Provisorien, der übertünchten Fassaden. Überforderte Bauherren waren hier am Werk: Man hat die Monarchie gestürzt und den Adel in die Flucht geschlagen oder beseitigt.
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Kein Entrinnen, keine Erlösung

Ingolstadt (DK) Er liebt die Klassiker. Nennt Friedrich Schiller als Lieblingsautor. Und zögerte doch, als ihm das Theater Augsburg die Inszenierung von Goethes "Clavigo" anbot. Jenes Werk über den Karrieristen Clavigo, der seine Braut Marie durch Liebesverrat in den Tod treibt. Goethe war 25 Jahre alt, als er das Stück in nur wenigen Tagen schrieb. Jan Philipp Gloger (kleines Foto) ist 26, und "natürlich hat das alles irgendwie auch mit meiner Welt zu tun". Seine Skepsis hatte einen ganz anderen Grund: "Die Figuren erzählen permanent von ihren Gefühlen. Was sollen wir da noch spielen" Schließlich hat er doch zugesagt, und eine ungewöhnlich spielerische Form gesucht und gefunden, über den Text hinaus von Clavigo und Marie, Carlos und Sophie, Beaumarchais und Buenco, ihren Konflikten, ihrer Sehnsucht, ihren Anstrengungen, ihrem Scheitern zu erzählen. Morgen wird "Clavigo" im Rahmen der Bayerischen Theatertage im Großen Haus des Theaters Ingolstadts gezeigt. Unsere Redakteurin Anja Witzke sprach zuvor mit Regisseur Jan Philipp Gloger.
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Spröder Text mit Raum für Assoziationen

Ingolstadt (DK) "Worum geht’s hier eigentlich", fragt Georg (Klaus Müller-Beck) nach knapp einer Stunde Spielzeit. Und im Publikum hört man ein leises Lachen. Worum geht’s eigentlich in Sigrid Behrens "Gruppenmonolog" "Unter Tage"? Das Stück, sagt die Autorin nach der Vorstellung im Kleinen Haus, ist aus einem Prosatext entstanden, wurde später zum Schauspiel umgearbeitet und gewann einen Stückewettbewerb zum Thema "Ohne Arbeit – ohne Zukunft" und damit die Uraufführung im Mainfranken Theater Würzburg, das damit bei den Bayerischen Theatertagen gastierte.
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Diffuser Klamauk

Ingolstadt (DK) Das Theaterstück „Unter der Treppe“ von Charles Dyer sei irrwitzig komisch, heißt es im Programmheft zur Aufführung des Landestheaters Schwaben in der Werkstattbühne im Rahmen der Bayerischen Theatertage. Nun gut, Komik ist eben eine sehr subjektive Sache. Sicher ist allerdings, dass es packendere und intelligentere Stücke über Midlife-Crisis, Ehe-Flauten und Identitätsprobleme gibt.
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Leben im Grenzgebiet

Ingolstadt (DK) Diese Inszenierung braucht nicht viel. Einen schmalen Streifen Spielraum vor einer grauen Wand. Ein wenig Clownsschminke als Maske. Einen Beleuchter. Und drei sehr gute Schauspieler. Vollkommen puristisch setzte Regisseurin Susanne Inkiow „Amoklauf mein Kinderspiel“ in Szene –und bescherte mit diesem Beitrag des Theaters Augsburg zu den Theatertagen dem Publikum im Kleinen Haus eine hochprofessionelle, spannende Theaterstunde.
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Perfektes Zusammenspiel hinter den Kulissen

Ingolstadt (DK) Heidi Groß beugt sich zum Mikrofon: "Bam Bam auf Position bitte! Bam Bam auf Position!" Die Inspizientin springt auf, läuft einen dunklen Gang entlang, späht durch einen Vorhang, eilt zurück. Bonfire-Sänger Claus Lessmann sagt entspannt: "Der ist doch schon da." Tatsache: Schlagzeuger Jürgen "Bam Bam" Wiehler sitzt längst auf seinem Podest.
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Formalität und Emotion

Ingolstadt (DK) Vier Schauspieler in neun Rollen. Vier Menschen in vier Paarungen, noch mal vier „Beziehungen“ verknüpfend drumherum. Simultanität auf der Bühne. Oder Verschränkung: zweimal zwei hier, viermal eins da.
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Demontage einer Rächertragödie

Ingolstadt (DK) Er ist gefangen in diesem Schloss aus Eis, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Hamlet ist ein Gefangener seiner selbst. Kraftlos verfolgt er im kalten Kokon die Vorgänge in der Familie: den plötzlichen Tod des Königs, seines Vaters, die rasche Vermählung seiner Mutter mit dem Onkel. Hamlet ist müde.
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Floß geht bei Donaustufen vor Anker

Ingolstadt (DK) Die Bayerischen Theatertage, die am Sonntag starten, werfen ihre Schatten nun auch an der Donau voraus. Gestern früh rückten die Pioniere der Bundeswehr auf dem Fluss an und errichteten bei den Betonstufen ein großes Floß für das Festzelt. Dort wird das Festival am Sonntag eröffnet.
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